Bildarchitektur
In den Fotos, die körperlich vor der Wand schweben sind verschiedene Ansichten eines Gebäudes miteinander verflochten. Die Starrheit des Kameraauges wird durch Mehransichtigkeit überwunden. Ebner zeigt den Vorgang des tatsächlichen Sehens. Die Wahrnehmung eines Gebäudes beim Betrachten und Durchwandern, oder darin arbeiten, die Mischung der kleinen Entdeckungen und der großen Ansichten werden zu einem visuellen und emotionalen Gesamteindruck verarbeitet. Die Farben der Realität werden zu Farben im Bild. Das Prinzip der Verflechtung erzeugt aus den realen Formen eine neue Ästhetik der Bildkomposition. Mittels Verfremdung der verschiedenen Ansichten bringt Ebner den Zeitfaktor ins Bild: Zeit, die im Entstehungsprozeß des Bildes kristallisiert, weil die verwendeten Fotos zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind und Zeit, die der Betrachter aufwendet, wenn er sich dem geistigen "Wiederzusammensetzen" widmet. Das Gewebe der Bildstruktur zeigt die bestehende architektonische Lösung als eine Variante von vielen, stellt bestehende Lösungen konstruktiv in Frage und macht Verflechtung zu einer Form von Kommunikation. B.B.